Plädoyer gegen Feld-, Wald- und Wiesen-Psychosomatiker

Psychosomatik für Besserwisser. Ich kann es echt nicht mehr hören!
Wann immer sich jemand das Knie verletzt, findet sich einer, der entweder Louise Hay oder Kurt Tepperwein, die Hobby- Psychosomatiker vom Dienst, zitiert und fragt, warum man denn den eingeschlagenen Weg nicht weiter gehen wolle. Hat einer eine Erkältung, muss er sich die Frage gefallen lassen, von was er wohl die Nase voll habe. Leidet er unter Diabetes, kann er keine Liebe geben und empfangen. Und wenn die Blase grade mal eine Auszeit nimmt, ist natürlich die Beziehung im Eimer. Na servus! Ich glaube, ich schreibe demnächst das Buch “Harnwege zum Glück – die schönsten Ausflüge mit meiner Wanderniere” 😉 Das müsste sich doch mindestens so gut verkaufen wie Hay, Tepperwein & Co, oder?

Warum ich etwas gegen diese Feld-, Wald- und Wiesen- Psychosomatiker habe? Weil ich der Meinung bin, dass jeder seine Krankheiten selbst deuten lernen sollte. Jeder Mensch hat nämlich seine eigene Symbolsprache. Das weiß man mittlerweile auch von der Traumdeutung. Vorbei sind die Zeiten, wo man in einem Buch nachschlug, was welcher Traum bedeutet. Viel besser wäre es, seine eigene Intuition zu schulen oder Techniken zu lernen, wie man mit seinem Körper einen Dialog führt. Es ist richtig, dass die meisten Krankheiten und Gebrechen uns etwas sagen wollen. Aber es ist selten das, was Tepperwein und Hay zu wissen glauben.

Ein wunderbares Werkzeug, um den eigenen Körper abzufragen und direkt an die Antworten des Unterbewusstseins zu kommen, ist das hypnotische Phänomen der Ideomotorik. Ideomotorische Signale sind Signale, die direkt vom Unterbewusstsein ans motorische Nervensystem gesendet werden. Man kann sie entweder in Hypnose so verstärken, dass sie deutlich sichtbar werden, oder man kann sie mittels Puls- oder Muskeltest “abtasten”, oder aber ein Pendel oder einen Tensor als “Verstärker” verwenden.

1 thought on “Plädoyer gegen Feld-, Wald- und Wiesen-Psychosomatiker”

  1. Hallo Hans-Peter,

    ja, grundsätzlich sehe ich das genau wie Du: Wo bei dem Einem die Niere zuppelt, wenn´s in der Partnerschaft “rumpelt” zwickt´s den Anderen im Kreuz – da hilft es wohl nur weiter, so eine Art “Spürbewusstsein” (wie Peter Schellenbaum das so trefflich nennt), eine eigene, innere Achtsamkeit zu entwickeln, um herauszufinden, wo es da denn gerade stockt und hakt, wo man feststeckt, “es” nicht fließt.

    Aber immerhin halte ich es diesen “Pionieren” wie Fahlke und Co. zugute, dass diese mal popular verständlich dieses Thema aufgespießt haben – für mich war das ein Anlass und Inspiration, Krankheit mal anders zu verstehen. Und nach einem persönlichen “Spontanheilungserlebnis” war ich für ich endgültig überzeugt.

    Und Ideomotorik ist auch ein hervorragender Weg zur Entschlüsselung körperlicher Botschaften als Signale seelischen Missempfindens: Mir scheint, unser Körper hat da halt eine WINDOWS-ähnliche Meldung “Es ist ein allgemeiner Systemfehler aufgetreten..” für uns parat, ähnlich einer Anzeige im Auto, wenn da anstatt einer Ölkontroll-Leuchte eine Meldung kommen würde “Irgendwas ist nicht in Ordnung!” – die “APP” zur konkreten Entschlüsselung fehlt da wohl noch – oder sie kommt beim “Menschen 2.0”, der dann mit einem Display ausgestattet ist… 😉

    Solange macht es wohl Sinn, wieder mehr das Spüren (wieder) zu lernen und zu üben…

    Liebe Grüße!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.