Familienstellen FAQ


Familienstellen FAQ

(Häufig gestellte Fragen)


 

finger2Wie funktioniert das Familienstellen in einem Seminar?

Die Seminar-Teilnehmer sitzen im Kreis und bilden in ihrer Mitte eine Art Bühne, auf der verschiedene Systeme aufgestellt werden können. Ein System kann zum Beispiel sein: Die Herkunftsfamilie (Eltern und Geschwister), die Wahlfamilie (Ehepartner und Kinder), aber auch eine Firma oder ein Organsystem. Wenn nun einer der Teilnehmer beispielsweise seine Herkunftsfamilie aufstellt, wird er einen Teilnehmer auswählen, der den Vater spielt, eine Teilnehmerin wird die Mutter darstellen, ein Teilnehmer wird den Aufsteller selbst auf der Bühne vertreten und je ein Teilnehmer wird für jedes Geschwister aufgestellt.

Und nun passiert das Wundersame:
Die Stellvertreter auf der Bühne beginnen, sich genau so zu fühlen und zu verhalten wie die Personen, die sie darstellen. Wie ist das möglich? Die vermutlich einzig vernünftige Erklärung ist die Existenz so genannter „morphogenetischer Felder“, wie sie der britische Zellbiologe Rupert Sheldrake postuliert hat.
Die Aufgabe des Moderators ist es nun, möglichst viele „versteckte“ Informationen aus diesem System heraus zu holen und die Eigendynamik des Systems so geschickt zu nutzen, dass daraus ein therapeutischer Nutzen gezogen werden kann oder die richtigen Entscheide getroffen werden.

finger2Geht das auch im Zweiersetting, also nur mit dem Klienten und dem Coach?

Ja. Wenn der Coach ähnlich vorgehen möchte wie in der Gruppe, wird er mit Figuren oder Farbmatten arbeiten. Wenn der Klient “sein” System betrachtet, geht er sofort in Trance und spürt die Gefühle jeder einzelnen Figur.
Es gibt jedoch eine noch sinnvollere Vorgehensweise im Zweiersetting: Man macht quasi einen “systemischen Frühjahrsputz”, wie in meinem Buch “Ich achte Dein Schicksal” beschrieben. Diese Checks durchzuführen, dauert bei einem erfahrenen Therapeuten ungefähr 90 Minuten, und es ist unglaublich, wie viel Kraft jeder Klient und jede Klientin daraus schöpft.

finger2Was sind die Vor- und Nachteile von Gruppen- und Einzelarbeit?

In der Gruppe hat man den Vorteil, dass die Eigendynamik des Systems besser zum Tragen kommt, das heißt, aufgrund der Tatsache, dass die Stellvertreter sich völlig unvoreingenommen “in den Dienst nehmen” lassen, können auch eher verborgene Dynamiken aufgedeckt werden.
Ein Nachteil der Gruppenarbeit kann darin bestehen, dass von einzelnen Teilnehmern histrionische Bedürfnisse* ausgelebt werden. Der Moderator muss dafür ein Gespür haben und bei Bedarf die Stellvertreter ersetzen.

*Histrionische Bedürfnisse = Der Wunsch, im Mittelpunkt zu stehen und etwas Außergewöhnliches darzustellen.

Bei großen Gruppen kann ein weiterer “Nachteil” darin bestehen, dass die Zeit nicht reicht, um jedem Teilnehmer zu ermöglichen, seine dringlichen Probleme zu bearbeiten. Bei meinem Seminar “Systemisches Arbeiten” sorge ich dafür, dass in den vier Tagen jeder Teilnehmer mindestens drei seiner Anliegen aufstellen kann.

finger2Wie lange dauert eine Aufstellung?

Durchschnittlich 30 Minuten. Bei sehr verborgenenVerstrickungen auch mal eine Stunde oder länger. Es gibt aber auch Aufstellungen, wo die Lösung sich bereits nach zehn Minuten zeigt.
Grundsätzlich kann man sagen: Wenn ein Moderator es nie schafft, eine Aufstellung in weniger als einer Stunde hinzubekommen, klärt er das Anliegen zu wenig gründlich ab und weiß nicht so richtig, was er tut.

finger2Ist das nicht langweilig, wenn man nur als Zuschauer dabei ist?

Nein, ganz und gar nicht. Jede Rolle hat ihre Pflichten und ihre Privilegien. Und Letztere können sich in jeder Rolle mehr als sehen lassen!

Rolle 1: Aufstellende(r)

Pflicht:
Prüfen, ob das Anliegen genügend Kraft hat. Oder mit anderen Worten: Wie groß ist der Leidensdruck? Was würde geschehen, wenn ich dieses Problem nicht lösen könnte?
Je größer der Leidensdruck, desto mehr Power hat die Aufstellung und desto deutlicher zeigt sich die Lösung.

Privileg:
Eine bestimmte Anzahl Menschen lässt sich in den Dienst nehmen, nur für mich allein, nur um mein Problem zu lösen. Diese Quantität und Qualität an Zuwendung haben viele von uns noch nie erlebt.

Rolle 2: Stellvertreter(in)

Pflicht:
Sämtliche “therapeutischen”, “helferischen” und “besserwisserischen” Überlegungen beiseite lassen und sich nur auf die Wahrnehmung konzentrieren.

Privileg:
Man erlebt Situationen, die man in diesem Leben vermutlich nicht erlebt hätte. Und man erlebt sie nicht nur, man spürt auch die Gefühle, die dazu gehören. Ich zum Beispiel bin einmal in einer Aufstellung als Stellvertreter für einen Mann gestanden, der so ziemlich jede Frau bestiegen hat, die nicht schnell genug auf die Bäume kam. Ich weiß jetzt, wie das ist, und brauche diese Erfahrung in der Realität nicht mehr zu machen.
Mit anderen Worten: Stellvertreter sein zu dürfen, ist ein Entwicklungs-Turbo ohnegleichen!

Rolle 3: Zuschauer(in)

Ich persönlich ziehe das Wort “Energiekreis” vor, denn wenn sich die Zuschauer nur als mehr oder weniger neugierige Zuschauer sehen, ist das der Qualität der Aufstellung abträglich.

Pflicht:
Mit totaler Konzentration beobachten und mit der eigenen Energie zu einer guten Lösung beisteuern. Dafür sorgen, dass es beim Aufstellenden nicht zu einer Retraumatisierung kommt. Was meine ich damit? Man stelle sich vor, jemand ist in einer Familie aufgewachsen, wo er gelernt hat, dass seine Anliegen unwichtig sind, dass sich niemand so wirklich für einen interessiert. Jetzt hat dieser Mensch sich aufgerafft, ein Anliegen vorzubringen, und kaum hat er es ausgesprochen, muss einer auf Toilette, ein anderer holt sich etwas zu trinken, und ein Dritter gähnt und schaut zum Fenster raus. Schon hat der Aufstellende die Bestätigung, dass seine Bedürfnisse nicht wichtig genug sind.
Noch schlimmer ist natürlich, wenn sogar der Moderator dem Aufstellenden einredet, er sei noch nicht bereit für die Lösung. Siehe dazu auch meine Kritik an Bert Hellinger und seinen Jüngern.

Privileg:
Als “Zuschauer” im Energiekreis zu sitzen, ist die absolut beste Intuitions-Schulung, die es gibt. Man lernt dabei, ganz feine körpersprachliche Signale wahrzunehmen, was laut Milton Erickson und vielen anderen Experten einen Großteil der intuitiven Fähigkeiten ausmacht.

finger2Kann man auch nur als Zuschauer dabei sein?

Es gibt keine Verpflichtung, ein Anliegen aufzustellen. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass auch skeptische und zurückhaltende Teilnehmer durch die sensationellen Resultate dazu ermutigt werden, ihr Anliegen ebenfalls zu erforschen.

In anderen Seminaren gibt es Unterscheidungen, was den Preis betrifft, je nachdem, ob man sich aktiv beteiligt oder nur als Zuschauer dabei ist. Diese Unterscheidung gibt es bei mir nicht, denn jede Rolle ist gleich viel wert, und man lernt in jeder Rolle eine Menge. Ich möchte auch nicht ein “voyeuristisches” Verhalten unterstützen, wie es leider von Bert Hellinger mit seinen Auftritten in großen Hallen gefördert wird.

finger2Was kann man alles aufstellen?

Die häufigsten Anwendungsgebiete sind:

  • Psychische Themen
  • Körperliche Symptome, falls die Schulmedizin nicht weiter weiß
  • Private und berufliche Entscheidungen
  • Probleme innerhalb einer Firma
finger2Gibt es reine Unternehmensaufstell-Seminare?

Die gibt es, aber nicht bei mir. Warum? Weil viele unternehmerische Probleme ihren Ursprung auch in der Psyche des Inhabers oder Geschäftsführers haben. Was als “harmlose” unternehmerische Aufstellung beginnt, endet oft in einer klassischen Familienaufstellung.
Das heißt aber nicht, dass es nicht auch reine Unternehmensaufstellungen gibt. Hier ist ein Beispiel für eine klassische Unternehmensaufstellung, wie sie an meinem Seminar “Systemisches Arbeiten” stattgefunden hat.

finger2Weitere Fragen?

Falls ich nicht all Ihre Fragen beantwortet habe, schicken Sie mir eine E-Mail, und ich werde sie in die zukünftige Version dieses FAQ-Familienstellen einbauen.

 


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