Hypnose und Gehirnwäsche

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Hypnose und Gehirnwäsche…

Zwei Paar Schuhe, die verschiedener nicht sein könnten!

 

Als Hypnotherapeut hört man ab und zu den Einwand, Hypnose hätte etwas mit Mind Control oder Gehirnwäsche zu tun. Mein amerikanischer Studienkollege Topher Morrison hat sich einmal gründlich mit diesem Thema befasst. Und zwar zusammen mit Menschen, die es wissen müssen. Eine Basis der US-Army hatte ihm eine Zeitlang Offiziere in die Hypnose-Ausbildung geschickt. Es stellte sich heraus, dass einige von ihnen Spezialisten in Gehirnwäsche-Techniken waren (das würde die Armee natürlich offiziell dementieren). Dank Topher und seinen Kunden wissen wir jetzt aus erster Hand, dass Hypnose nichts mit Gehirnwäsche zu tun hat. Eher das Gegenteil, wie Ihr gleich sehen werdet, wenn wir die fünf Schritte der Gehirnwäsche näher unter die Lupe nehmen:

Gehirnwäsche-Technik Nr. 1: Das Subjekt vom Einfluss der gewohnten Umgebung abschirmen

Wenn man jemandem das Gehirn waschen will, muss man ihn von seiner gewohnten Umgebung abschirmen. Das haben die Sekten-Gurus schon längst begriffen, daher gibt es Ashrams. Und daher gibt es zur Rehabilitation von Sträflingen so genannte Boot Camps. Das bedeutet: Wochenlange Abschirmung von der gewohnten Umgebung. Oft kommt etwas Gutes dabei heraus, z.B. beim Drogenentzug. Manchmal sind die Resultate aber für den Betroffenen nicht zu seinem Besten.

In der Hypnotherapie schirmen wir niemanden von der Umgebung ab. Meine Klienten möchte ich am Abend nicht mit nach Hause nehmen. Dafür habe ich eben eine Praxis. Und die Klienten sind herzlich eingeladen, das, was sie in der Hypnose-Sitzung erlebt haben, mit anderen zu diskutieren.

 

Gehirnwäsche-Technik Nr. 2: Dem Subjekt den Schlaf entziehen

Schlafentzug macht die Leute labil und suggestibel. Daher gibt es in Sekten gemeinsame Nachtgebete, und im Boot Camp lässt man die total übermüdeten Teilnehmer um 1 Uhr ins Bett gehen, um sie unverhofft um 3 Uhr wieder aufzuwecken.

In der Hypnotherapie ist es anders. Ich habe noch nie einen Hypnotherapeuten erlebt, der seinen Klienten befahl, wach zu bleiben. Außer wenn es um eine paradoxe Intervention ging, die zum Zweck hatte, den Klienten in Trance zu bringen.

 

Gehirnwäsche-Technik Nr. 3: Schmerz zufügen, wenn das Subjekt nicht gehorcht

Das kann körperlicher oder psychischer Schmerz sein. Oft werden alltägliche Annehmlichkeiten entzogen (Kaffee trinken, Duschen) oder unangenehme Zusatzarbeiten aufgebrummt (Toiletten reinigen, Boden mit Zahnbürste putzen).

In der Hypnotherapie ist es anders. Ich habe noch nie jemanden geschlagen oder geschimpft, wenn er nicht tief genug in Trance ging. Und die Toilette reinige ich immer selbst 😉

 

Gehirnwäsche-Technik Nr. 4: Das Subjekt belohnen, wenn es gehorcht

Auch die Belohnung kann psychischer oder körperlicher Natur sein. Umarmungen und Lob in Sekten, Beförderungen, Auszeichnungen und Privilegien im Militär.

In der Hypnotherapie ist es anders. Ich habe noch nie jemanden dafür bezahlt, dass er in Trance ging. Meine Klienten bezahlen mich, und zwar unabhängig von der Trance-Tiefe.

 

Gehirnwäsche-Technik Nr. 5: Die Körperchemie des Subjekts verändern

In einem Kult oder im Militär kann das zum Beispiel über eine radikale Ernährungsumstellung erfolgen. Hardcore-Brainwasher injizieren auch Chemikalien wie z.B. Sodium-Pentothal, um das Opfer gefügiger zu machen.

In der Hypnotherapie ist das anders. Ich ändere weder die Ernährung meiner Klienten, noch wende ich irgendwelche Chemikalien an. Es sei denn, der dezente Hauch meines Herrenparfums “Azzaro” würde als chemische Keule durchgehen 😉

 

Fazit

Wenn Euch in Zukunft jemand mit Gehirnwäsche kommt, seid Ihr hoffentlich gewappnet und verwechselt es nie wieder mit Hypnose. Andernfalls überlege ich mir das mit der Technik Nr. 3 nochmals 😉